Die St. Johannes-Schützenbruderschaft Ahrem 1925 e.V. verfügt seit 1995 über eine eigene Fahnenschwenker-Gruppe. Entstanden ist sie aus einer Idee des damaligen Jungschützenmeisters Ferdinand Berger.

Zu den Fahnenschwenkern der ersten Stunde gehörten Stephanie Weber und Carsten Berger, die im Rahmen von Lehrgängen in der Kunst des Fahnenschwenkens ausgebildet wurden.
Heute wird das Ahremer Fahnenschwenkercorps von Christian Fuchs geleitet. Neben seiner Tätigkeit innerhalb unserer Bruderschaft ist er auch als Bezirksfahnenschwenkmeister im BdSJ-Bezirk Erftstadt aktiv. Unter der Leitung von Christian Fuchs wird regelmäßig am Schützenheim trainiert, um die Tradition des Fahnenschwenkens in Ahrem fortzuführen und an die nächste Generation weiterzugeben. Dabei werden sowohl die klassischen Figuren des Fahnenschwenkens als auch modernere Elemente und Showfiguren eingeübt. Dazu gehört unter anderem auch das Hochwerfen der Fahnen, das Geschick, Konzentration und natürlich einiges an Übung erfordert.
Besonders wichtig ist uns die Nachwuchsarbeit. Mitmachen können bei uns inzwischen alle ab 12 Jahren. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, wer Interesse am Fahnenschwenken hat, ist herzlich eingeladen, bei einem Training vorbeizuschauen und es selbst auszuprobieren.
Momentan besteht das Fahnenschwenkercorps aus 10 Schützen und Jungschützen. Es sind dies Felix Berchem, Christian Fuchs, Henrik Janßen, Andreas Jung, Tim Kaeder, Aaron Leifer, Tom Misgeld, Raphael Moll, Niklas Schmidt und Nils Vogel.
Zu unserem Nachwuchs gehören Jan Käfer, Zoé Manheller, Jona Misgeld und Colin Roeske.
Gemeinsam sind wir bei Schützenfesten, Umzügen und weiteren Veranstaltungen für unsere Bruderschaft im Einsatz. Die Darbietungen und Showeinlagen der Fahnenschwenker sind ein fester Bestandteil des Ahremer Schützenfestes. Bei den festlichen Umzügen unserer Schützenbruderschaft fallen wir durch unsere Synchronität, die Vielfalt unserer Figuren und das eindrucksvolle Schwenken der Fahnen besonders auf.
Dabei besteht das Fahnenschwenken heute längst nicht mehr ausschließlich aus den traditionellen Figuren. Neben dem klassischen Schwenken gehören auch anspruchsvollere Figuren, Würfe und Showelemente zu unserem Repertoire. Gerade das Zusammenspiel mehrerer Fahnenschwenker macht die Auftritte zu einem besonderen Blickfang. Die Fahnenschwenkergruppe ist damit eines der besonderen Aushängeschilder unserer Bruderschaft und gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil unserer Jugendarbeit. Dabei verbinden wir Tradition mit neuen Ideen und sorgen dafür, dass das Fahnenschwenken auch in Zukunft ein fester Bestandteil des Ahremer Schützenwesens bleibt.
Die Bedeutung des Fahnenschwenkens
Seit annähernd 600 Jahren werden die Fahnen geschwenkt. Doch außer dem fantastischen Erscheinungsbild des Fahnenschwenkens, gibt es auch hier eine tiefere, historische und christliche Bedeutung.
Die Fahnenschwenker stellen mit den geschwenkten Figuren die Fesselung und Entfesselung des heiligen St. Sebastianus dar.
Die Fahne stellt das fesselnde Seil dar, mit dem das Martyrium des Schutzpatrons bei der Fesselung an einen Baum, seinem grausigen Höhepunkt entgegen ging. Zunächst wird das Seil von rechts und links als Schlinge über den Kopf geworfen, dann werden beide Handgelenke hinter dem Kopf im Nacken gebunden. Das fesselnde Seil schnürt nun den Körper zusammen, um ihn dann rückwärtig an den Baum zu binden. Anschließend werden die Beine geschnürt und ebenfalls an den Baum gebunden. Nun muss man sich vorstellen, dass die maurischen Bogenschützen mit ihren Pfeilen Sebastianus wegen seines christlichen Glaubens auf Anordnung des Kaisers Diokletian (etwa 290 n. Chr.) beschossen, um ihn zu töten. Ohnmächtig sank Sebastianus zusammen und die Bogenschützen glaubten ihn tot. Freunde stellten jedoch fest, dass Sebastianus noch lebte und lösten die Fesseln. Daher wird die Fahne von den Beinen zum Kopf geführt und stellt die Entfesselung in umgekehrter Form der Fesselung dar.
Die meisten heutigen Figuren sind allerdings nicht mehr an diese strenge traditionelle Abfolge gebunden. Überwiegend wird heute in der sogenannten „offenen Art“ geschwenkt. Dadurch sind zahlreiche weitere Figuren, Kombinationen, Würfe und moderne Showelemente möglich geworden. So verbindet das heutige Fahnenschwenken die jahrhundertealte Tradition mit sportlichem Können und modernen Darbietungen.